07 Der Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index

06.12.2025

Seit 2019 liefert der Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index (CBECI)  neutrale Daten zum Stromverbrauch von Bitcoin. Während Kritiker den hohen Energiebedarf – aktuell rund 200 TWh/Jahr (0,67 % des weltweiten Verbrauchs) – als Klimarisiko sehen, relativieren Befürworter die Auswirkungen. Viele andere Kryptowährungen kommen ohne den energieintensiven "Proof of Work"-Mechanismus aus. Die Frage bleibt: Wer hat ein so grosses Interesse an PoW, dass die ökologischen Folgen akzeptiert werden?

Details für Nerds:

Mit der steigenden Nachfrage nach Bitcoin wuchs auch die Skepsis unter Umweltaktivisten, Finanzinstitutionen und Politikern. Der immense Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks – vergleichbar mit dem ganzer Länder – und die damit verbundenen Umweltauswirkungen schienen angesichts der internationalen Dekarbonisierungsbemühungen und des Klimaschutzes zunehmend inakzeptabel. Die hitzige Debatte über die Notwendigkeit staatlicher Regulierung spitzte sich zu: Während Kritiker Bitcoin als Umweltkatastrophe betrachten, die jahrzehntelange Fortschritte zunichtemachen und die globale Erwärmung über die kritische 2-Grad-Marke treiben könnte, relativieren Befürworter und Profiteure die Risiken. Doch die Diskussion litt oft unter überzogenen Behauptungen und mangelnder Faktenbasis.

Vor diesem Hintergrund entwickelte das Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF) an der Cambridge Judge Business School im Juli 2019 den Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index (CBECI). Ziel war es, eine neutrale, datengestützte Plattform zu schaffen, die den tatsächlichen Energieverbrauch von Bitcoin transparent und wissenschaftlich fundiert abbildet.

Der CBECI modelliert den Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks, durch Berücksichtigung von Effizienz und Lebensdauer verschiedener Mining-Hardware und der aktuellen Hashrate (Rechenleistung). Zudem analysiert der Index den Energiemix der Miner, um den CO₂-Fussabdruck zu bewerten. Er liefert eine dynamische, realistische Schätzung des gesamten Stromverbrauchs, kontinuierliche Aktualisierung – und damit eine verlässliche Grundlage für die politische und öffentliche Diskussion über die ökologischen Auswirkungen von Bitcoin. 

Der CBECI ist anerkannt in Wissenschaft und Wirtschaft. Er zeigt; Lag 2022 der Stromverbrauch von Bitcoin noch bei 90 Terawattstunden (TWh) , ist er auf aktuell rund 200 TWh angestiegen. Der Anteil von Bitcoin am weltweiten Gesamtstromverbrauch erhöhte sich in diesem Zeitraum von etwa 0,4 % (2022) auf heute 0,7 %.

Zum Vergleich: Von den 195 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben weniger als zwanzig einen höheren jährlichen Strombedarf als das Bitcoin-Netzwerk. Dabei gibt es Tausende von Kryptowährungen, die ohne den energieintensiven "Proof of Work" (PoW) auskommen und für Transaktionen sowie die Geldschöpfung nur einen Bruchteil des Stroms benötigen – oft weniger als ein Prozent des Bitcoin-Verbrauchs pro Vorgang.

Angesichts dieser Zahlen wundert man sich: Wem nützt der immense Stromverbrauch durch PoW so sehr, dass die damit verbundenen CO₂-Emissionen und der ökologische Fussabdruck von Bitcoin in Kauf genommen werden muss?