06 Vereiteltes PoW Verbot in der EU

Mit der Richtlinie "Markets in Crypto-Assets" (MiCA) gilt seit 30. Dezember 2024 ein Regelwerkt für den Umgang mit Kryptowerten. Leider verzichtet die MiCA auf ein Handelsverbot für energieintensive Proof-of-Work-Coins wie Bitcoin – stattdessen gelten strengere Transparenz-, Lizenz- und Nachhaltigkeitsvorgaben für Anbieter und Nutzer.

Die Debatte um den hohen Energieverbrauch von PoW-Mining bleibt jedoch aktuell, da Umweltorganisationen und politische Gruppen eine strengere Regulierung oder sogar eine Einstufung als "schädlich" nach der EU-Taxonomie fordern.

Details für Nerds:

Mit der Richtlinie "Markets in Crypto-Assets" (MiCA, Verordnung (EU) 2023/1114) gilt seit dem 30. Dezember 2024 das erste umfassende Regelwerk für Kryptowerte in der EU. Damit gelten in allen 27 EU-Mitgliedstaaten einheitliche Vorschriften für Verbraucherschutz, Marktintegrität und Finanzstabilität im Zusammenhang mit digitalen Assets.

In der Debatte um diese Verordnung im EU-Parlament stand auch ein Handelsverbot für Proof-of-Work-Kryptowährungen wie Bitcoin auf der Agenda – ein de-facto-Verbot wegen des hohen Energieverbrauchs. Der CO₂-Fußabdruck des Bitcoin-Minings ist gigantisch und steht im krassen Widerspruch zu den Klimazielen der EU. Umweltorganisationen sowie Abgeordnete der Grünen und der Sozialdemokraten argumentieren: "Wir können nicht Milliarden in Klimaschutz investieren und gleichzeitig eine Technologie fördern, die Energie verschlingt wie ein schwarzes Loch."

Im März 2023 lehnte der ECON-Ausschuss das Verbot mit 32 zu 24 Stimmen ab. Stattdessen müssen Krypto-Anbieter künftig Nachhaltigkeitsberichte gemäß der EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzprodukte vorlegen. Crypto-Asset-Service-Provider (CASP) müssen sich registrieren, benötigen eine EU-weit gültige Lizenz (Passporting) und müssen Whitepaper für neue Token einreichen. Für Nutzer bleibt der Handel mit Bitcoin und anderen PoW-Coins zwar erlaubt, es gelten jedoch strengere KYC/AML-Regeln (Identitätsprüfung, Meldung verdächtiger Transaktionen). Bei Transaktionen über 1.000 € mit Self-hosted Wallets bestehen Nachweispflichten.

Was auf den ersten Blick wie ein Sieg der Krypto-Lobby aussieht, gibt Hoffnung. Die Diskussion über den Energieverbrauch geht weiter. Durch Anti-Bitcoin-Lobbyarbeit könnte die EU das PoW-Mining über die EU-Taxonomie-Verordnung strenger regulieren und es explizit als "schädlich" einstufen.

Gemäss der 'Liste von Kryptowährungen' in Wikipedia gibt es aktuell rund 10.000   Digitalwährungen. Bitcoin, die erste, bekannteste, mit der höchsten Marktkapitalisierung, ist die klimaschädlichste.
Gemäss der 'Liste von Kryptowährungen' in Wikipedia gibt es aktuell rund 10.000 Digitalwährungen. Bitcoin, die erste, bekannteste, mit der höchsten Marktkapitalisierung, ist die klimaschädlichste.

Die vorsintflutliche Kryptowährung

Schon 2005 – vier Jahre vor der ersten Bitcoin-Transaktion – trat das Kyoto-Protokoll in Kraft, das erste völkerrechtlich verbindliche Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasen. Doch Bitcoin, mit seinem energieintensiven Proof-of-Work, verbraucht heute annualisiert rund 200 TWh Strom – etwa 0,67 % des globalen Energiebedarfs. Die verursachten CO₂-Emissionen verschärfen die Klimakrise. Seit der ersten Stunde kämpft der "Dämon" Satoshi Nakamoto – der mysteriöse Bitcoin-Erfinder – gegen den Geist von Kyoto.

Dabei gibt es längst klimafreundliche Alternativen: Solana, aktuell die sechstgrößte Kryptowährung, verarbeitet über 2.000 Transaktionen pro Sekunde (Bitcoin: sieben) und ist dank Partnerschaft mit Watershed Climate klimaneutral. Während eine Solana-Transaktion nur 3.290 Joule benötigt, verschlingt eine Bitcoin-Transaktion 1.449 Kilowattstunden – das sind 5,2 Milliarden Joule. Bei hoher Netzauslastung können Bitcoin-Überweisungen Tage dauern, Solana-Transaktionen sind im Nu erledigt 

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